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Verbessern Sie Ihren Schreibstil nachhaltig mit diesen einfachen Tipps

Schreiben ist eine Kunst. Jeder kann Worte niederschreiben oder eine Geschichte erzählen. Aber, den Leser zu packen, eine tiefere Botschaft rüberbringen oder einfach gut zu unterhalten, dazu braucht man mehr – Können, Erfahrung und Wissen.

Zum einen muss man als Autor seine Zielgruppe kennen und verstehen. Zum anderen muss man sein Handwerk verstehen, um erfolgreich am Markt bestehen zu können. Es gibt viele Anzeichen, die einen schlechten Schriftsteller verraten. Im Folgenden zeigen wir Ihnen einige Fallen und wie Sie diese erfolgreich umgehen.

1. Gute Autoren wollen nicht mit Fremdwörtern und komplizierten Satzkonstruktionen ihre eigene Bildung zur Schau stellen.

Wenn es sich nicht um ein Fachbuch oder eine wissenschaftliche Abhandlung handelt, sollte man lieber auf das einfachste oder kürzeste Wort zurückgreifen, um den Lesefluss des Lesers nicht zu unterbrechen. Dabei helfen auch möglichst einfache Sätze. Natürlich muss nicht jeder Satz nur aus Subjekt, Prädikat und Objekt bestehen. Besser ist es, wenn sich kürzere und längere Sätze abwechseln. Auf komplizierte, über mehrere Zeilen gehende Sätze mit diversen Einschüben und Nebensätzen sollte – aufgrund des besseren Verständnisses – möglichst verzichtet werden, um den Leser nicht zu verwirren und ihn schnell durch Ihre Geschichte zu führen, ohne dass dieser zu sehr herausgerissen wird und am Ende eines Satzes nicht mehr weiß, wie dieser eigentlich begonnen hat oder wissen Sie noch, wie ich diesen Megasatz eingeleitet habe?

Aus der Wissenschafts- und Behördensprache stammt auch der sogenannte Nominalstil, der viele Nomen enthält und meist im Passiv verfasst ist. Wer einen mitreißenden Text verfassen möchte, sollte lieber aktiv schreiben und Verben nutzen.

Die meisten Bücher sollen Spaß machen und unterhalten. Leser wollen in den Bann des Buches gezogen werden, sodass sie es nicht mehr aus der Hand legen können. Wenn sie hingegen ständig Wörter nachschlagen oder Sätze erneut lesen müssen, fühlen sie sich aufgrund ihrer Unwissenheit demotiviert und frustriert.

2. Plumpe sprachliche Mittel wirken langweilig und wenig inspiriert.

Ab und zu ist eine Metapher sinnvoll und trägt zum Verständnis bei. Der Einsatz von Bildsprache sollte aber nie übertrieben werden. Wenn jede Begegnung, jedes Ereignis in blumigen Worten dargeboten wird, werden selbst einfachste Beschreibungen zu wuchtigen Konstrukten, die wenig zum Verständnis beitragen. Noch schlimmer, es wird zunehmend langweilig. Oft ist es besser, Beschreibungen eher versteckt durch Handlungen oder Dialoge auszudrücken und nicht immer das Offensichtliche zu schreiben. Insbesondere jene Metaphern, die oft im Sprachgebrauch vorkommen oder sogar mit gewissen Personen oder Marken verbunden werden, reißen den Leser aus dem Text.

Je weniger Sie sich mit der Suche nach passenden Bildnissen aufhalten, desto mehr Zeit haben Sie, sich auf das Wesentliche Ihres Textes zu konzentrieren.

3. Füllwörter sind der Feind jedes guten Textes.

Dieser Tipp geht eigentlich schon aus den beiden vorgenannten hervor: Gute Texte halten sich an das Wesentliche und sind einfach und verständlich. Es gibt viele tolle Wörter, die wir in der gesprochenen Sprache ganz selbstverständlich nutzen, die aber keinen positiven Beitrag zum Gesagten leisten. Oft mildern sie sogar die Aussage ab:

„Ich wollte dir eigentlich nur sagen, dass ich auch dabei bin.“

gegen

„Ich wollte dir sagen, dass ich dabei bin.“

Das erste Beispiel wirkt zögerlich und unsicher. Wenn man genau das aussagen will, dann wäre das in Ordnung. Die eigentliche Aussage ist im zweiten Satz nicht verändert. Dennoch wirkt der Satz durch das Weglassen der Füllwörter verständlicher und es wird eine klare Botschaft vermittelt.

4. Dialoge sind das Salz für jeden Roman.

In Dialogen können Sie Ihre Figuren direkt sprechen und Antworten lassen. Das erspart oftmals lange Beschreibungen und macht die handelnden Figuren erlebbarer und authentischer. In der wörtlichen Rede können Sie Stimmungen und Charaktereigenschaften mitschwingen lassen. Redet jemand schnell und abgehakt oder schwafelt ein anderer gern oder hat die Person einen Dialekt? All das sind Charakteristika, die Sie ohne jede Erklärung direkt in die Dialoge einbauen können. Das spart Wörter, Lesezeit und beugt Redundanzen vor.

Hier die Grundregeln für das Wiedergeben der wörtlichen Rede entnommen von Duden:

Anführungszeichen stehen vor und hinter wörtlich wiedergegebenen Äußerungen und Gedanken (direkter Rede) sowie wörtlich wiedergegebenen Textstellen (Zitaten)

  • Sie sagte: „Hier gefällt es mir.“
  • „Wenn doch nur alles vorüber wäre“, dachte Petra.
  • Wird eine angeführte direkte Rede oder ein Zitat unterbrochen, so setzt man die einzelnen Teile in Anführungszeichen.
  • „Wir sollten nach Hause gehen“, meinte sie. „Hier ist jede Diskussion zwecklos.“
  • „Der Mensch“, so heißt es in diesem Buch, „ist ein Gemeinschaftswesen.“

Treffen Schlusspunkte, Frage- oder Ausrufezeichen mit Anführungszeichen zusammen, so stehen sie vor dem Schlusszeichen, wenn sie zum wörtlich wiedergegebenen Text gehören.

  • Sie fragte: „Wie geht es dir?“
  • Er brüllte: „Bleib sofort stehen!“
  • Er stellte fest: „Das muss jeder selbst entscheiden.“

Wenn nach dem wörtlich wiedergegebenen Text der Begleitsatz (übergeordnete Satz) folgt oder weitergeführt wird, setzt man ein Komma nach dem Schlusszeichen. Schlusspunkte der wörtlichen Rede fallen weg.

  • „Sie fahren sofort nach Hause!“, befahl er.
  • Sie rief: „Weshalb darf ich das nicht?“, und sah mich wütend an.
  • „Gehen wir doch ins Kino“, schlug sie vor.
  • Eine Anführung innerhalb einer Anführung wird durch halbe Anführungszeichen gekennzeichnet.
  • „Mit wie vielen h schreibt man ‚Rhythmus‘?“, wollte er wissen.
  • „Die Sendung heißt ‚Bares für Rares‘ “, sagte sie.

5. Fokussiertes Schreiben hilft Ihnen, die richtigen Leser anzusprechen.

Vielen Autoren hilft es, eine Schreibroutine zu entwickeln. Bestimmte Tageszeiten oder ganze Tage werden nur für das Schreiben geblockt. Rituale helfen der Kreativität, sei es ein Spaziergang vor dem Schreiben, eine Tasse Kaffee oder das Lesen einiger Buchseiten eines anderen Autors.

Wenn das Schreiben nicht nur dem Niederschreiben von Gedanken dienen soll, sondern am Ende ein Resultat, also ein fertiges Manuskript vorliegen soll, sollten Sie konzentriert und fokussiert arbeiten. Wir haben Tipps zur Schreiborganisation, zur Bekämpfung von Schreibblockaden und zur Entwicklung von Handlungen zusammengetragen.

Doch neben der Schreibpraxis sollten Sie auch wissen, für wen Sie schreiben. Das hilft Ihnen dabei, einen passenden Schreibstil zu entwickeln, wichtige Entscheidungen für den Handlungsverlauf zu treffen, das Cover und später das Marketing zu gestalten. Wenn Sie für niemanden schreiben, sondern nur für sich, wird es Ihnen sehr schwer fallen, Abnehmer für Ihr Buch zu finden. Wenn Sie eine spannende und außergewöhnliche Lebensgeschichte vorweisen können, könnten Sie im Bereich Biografien einige Erfolge erzielen.

Werden Sie sich darüber klar, wer Ihre Zielgruppe ist. Wen wollen Sie erreichen? Welches Genre wollen sie besetzen? Schreiben Sie Ihre Geschichte dann so, dass Sie Ihre Leser nicht enttäuschen. Wer einen klassischen Liebesroman kauft, will amüsiert werden und am Ende unter Tränen einen Happy End feiern. Wenn Sie mit Belletristik nichts anfangen können und in Richtung gehobene Literatur gehen, sollten Sprache, Ausdruck und Motive dem angepasst werden.

Wenn Sie eine Idee für ein Buch haben, sollten Sie jedoch zunächst alle Gedanken aufschreiben und erst später versuchen, diese in ein Genre und eine Käufergruppe einzuordnen.

6. Fertige Texte sollten Sie möglichst neutral überarbeiten (lassen).

Wenn Sie Ihren Text fertiggestellt haben, lassen Sie ihn zunächst liegen. Genießen Sie ein paar Wochen ohne Routine und Schreibziele, lesen Sie andere Bücher. Wenn Sie genug Abstand erlangt haben, ist es Zeit, sich das Geschriebene möglichst objektiv vorzunehmen. Vielen Autoren hilft es, den Text komplett auszudrucken und sich Notizen an den Rand zu schreiben. Erstens liest man auf Papier meist konzentrierter als auf dem Monitor und zweitens verliert man sich während des Lesens nicht in unendlichen Überarbeitungen. Beschränken Sie sich darauf, konzentriert zu lesen und nur kleine Anmerkungen zu machen. Grammatik und Ausdruck oder das Umformulieren von Textpassagen kommen erst später dran, wenn Sie wieder am Computer sitzen.

Wenn Sie mit allen Ausbesserungen fertig sind, alles nochmals mit etwas Abstand gelesen haben und für gut befinden, ist es an der Zeit, Testleser zu finden. Wenn Sie etwas Budget haben, ist ein professioneller Lektor die Person Ihrer Wahl. Sollten Sie dafür kein Geld zur Verfügung haben, sollten Sie möglichst neutrale Testleser wählen, die literarisch bewandert sind und nicht vor Kritik zurückscheuen.

 

Wenn es für das, was Sie aussagen wollen, sinnvoll ist, sich von diesen Vorgaben zu lösen und die „Regeln“ zu brechen, können Sie das jederzeit tun. Viele Autoren sind mit komplizierten Satzbaukonstrukten sehr erfolgreich. Insbesondere in der gehobenen Literatur ist dies immer noch verbreitet. Für andere Bücher ist es notwendig, Fachbegriffe zu nutzen, um die Figuren authentisch darzustellen. Diese Entscheidungen sollten Sie stets bewusst treffen. Daher sehen Sie unsere Tipps als Anregungen, Ihren Schreibstil kritisch zu überdenken und ggf. anzupassen.

Ina Schulz
Marketingleitung

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