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Aus dem Leben zweier Bloggerinnen – Teil 2

BücherweltNicole und Daniela führen seit einem guten Jahr den Blog „Unsere Bücherwelt“. Wir möchten wissen, wie ihr Leben als Blogger aussieht, wer sie beeinflusst hat und was sie Neu-Autoren raten.

 

Als Blogger hat man teilweise schon einen gewichtigen Einfluss auf das Kaufverhalten seiner Follower. Seid ihr euch dessen bewusst und richtet ihr eure Rezensionen darauf aus? Also, schreibt ihr lieber etwas diplomatischer, wenn das Buch wirklich gar nicht nach eurem Geschmack ist?

Oh ja, dessen sind wir uns absolut bewusst! Deshalb sind wir in unseren Rezensionen auch immer grundehrlich. Es wäre ja furchtbar, wenn sich ein Leser auf unsere Meinung verlässt, weil er einen ähnlichen Lesegeschmack wie wir hat und dann wird er enttäuscht! Sicherlich ist es uns manchmal auch unangenehm, wenn man ein etwas kritischeres Feedback abgeben muss, gerade wenn man vielleicht sogar ein engeres Verhältnis mit dem Autor hat, aber da haben wir bisher nur gute Erfahrungen gemacht! Viele freuen sich sogar über Anmerkungen, was sie vielleicht besser machen können beim nächsten Mal.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Kritik immer respektvoll und gut begründet wiedergegeben wird und daran halten wir uns akribisch.

Sollte es sich um ein Buch handeln, welches uns ein SP-Autor direkt als Rezensionsexemplar angeboten hat und es gefällt uns so absolut gar nicht, dann halten wir nochmal Rücksprache mit dem Autor, ob er eine »schlechte« (1-2 Sterne) Rezension haben möchte oder ob er lieber gänzlich auf eine Rezension verzichten mag. Schließlich möchten wir ja dem Autor mit unserer Meinung nicht nachhaltig schaden. Im Zweifel schreiben wir eine Abbruch-Rezension nur für unseren Blog. Verlagsrezensionsexemplare bekommen immer eine Rezension, egal ob wir sie gut oder schlecht finden, weil das so auch gewünscht wird, aber eben immer mit Respekt zum Autor geschrieben, schließlich sind Bücher ja auch immer Geschmackssache.

 

Habt ihr bei eurer Arbeit schon Menschen getroffen, die ihr nachhaltig beeinflusst habt oder die euch beeinflusst haben?

Puhh, also wir möchten uns eigentlich nicht anmaßen, dass wir irgendjemanden wirklich beeinflussen können oder gar wollen! Wir wissen von einer Leserin, die sich mal bei uns bedankt hat, dass sie durch uns wieder öfter zum Buch greift und sie dann tatsächlich Bücher auswählt, die wir positiv rezensiert haben und empfehlen. Es gibt ein, zwei Autoren, die wert auf unsere Meinung legen und unser Feedback teilweise tatsächlich umsetzen, das ist schon ein schönes Gefühl. Und von den Bloggern hat uns sicherlich Moni von »Süchtig nach Büchern« am meisten beeinflusst, da sie uns immer mit Rat und Tat zur Seite stand bei unserer Blogentstehung und das, obwohl wir sie zu dem Zeitpunkt noch gar nicht kannten. Ihre Art zu bloggen hat uns nachhaltig wohl am meisten inspiriert. Aber mittlerweile sind es auch andere Blogger, mit denen wir eng zusammenarbeiten und deren Meinung uns sehr wichtig ist, wie z.B. »Lesemärchen«, TheUjulala« und »Elafischs Kreativecke«.

 

Kommt es oft vor, dass ihr von Neu-Autoren angeschrieben und gebeten werdet, eine Rezension zu seinem/ihrem Werk zu schreiben und wie offen seid ihr diesbezüglich? Was muss die Person mitbringen, damit ihr dem Wunsch nachgeht?

Das kommt mittlerweile tatsächlich hin und wieder mal vor und wir sind immer wieder auf‘s Neue überrascht, dass es da draußen wirklich Autoren gibt, die wert auf unsere Meinung legen! Wir stehen dem natürlich grundsätzlich sehr offen entgegen, schließlich ist das ja genau unser Wunsch – unbekannte Schätze zu entdecken!

Was muss die Person mitbringen … grundsätzlich muss uns natürlich das Buch zunächst inhaltlich zusagen und da reicht ja schon ein Blick in den Klappentext. Dann ist für uns die erste Kontaktaufnahme auch sehr entscheidend. Wir finden, auch der Autor sollte sich unseren Blog wenigstens mal kurz angesehen haben, um zu erkennen, ob wir überhaupt zu seinem Buch passen würden. Wenn dann also z.B. unpersönliche Anfragen kommen, wo wir herauslesen, dass der Autor sich null mit uns und unserer Arbeit auseinandergesetzt hat, dann nehmen wir das Angebot auch nicht an. So was merken wir oft bereits an der ersten Anrede, wo derjenige noch nicht mal »uns beide« anspricht, sondern nur »Hallo Du« schreibt. Sowas geht gar nicht, finden wir, schließlich möchte da ja jemand etwas von uns, nämlich eine Rezension und das, möglichst auf vielen Plattformen verteilt, da sollte er sich wenigstens im Vorfeld informiert haben, dass wir zu zweit agieren. Respekt sollte immer gegenseitig stattfinden, ein Geben und Nehmen sein. Der Autor vertraut uns sein kostbares Werk an und wir bewerten es respektvoll. Sollte dann die Harmonie zwischen uns, dem Autor und dem zu rezensierenden Buch stimmen, dann steht dem absolut nichts im Wege! Wir vereinbaren einen Zeitraum, in dem wir das Buch gelesen haben werden und los geht‘s!

 

Lehnt ihr auch Projekte ab und wenn ja, wieso? Macht ihr einen Unterschied zwischen Self-Publishern und Büchern von Publikumsverlagen wie Oetinger, Carlsen, etc.

Der häufigste Grund, warum wir Projekte ablehnen, ist tatsächlich die Zeit … Die Anzahl und Anfragen unserer Projekte werden immer größer, die Zeit dafür bleibt aber ja dieselbe. Aus diesem Grund müssen wir Angebote leider immer mal wieder ablehnen. Wir sieben mittlerweile bereits im Vorfeld aus. Wenn es eine allgemeine Verteiler-Anfrage war oder eine unpersönliche wie vorhin erwähnt, dann lehnen wir von vorne herein ab. Unterschiede zwischen Self-Publisher- und Verlagsbüchern machen wir da grundsätzlich erst einmal nicht, wobei wir uns für die Self-Publisher von uns aus einfach mehr engagieren.

Die Plattformen FB und Instagram sind ja unsere Vermittlungsstellen, die Orte, wo wir Autoren, Leser und andere Blogger kennenlernen und uns mit ihnen austauschen. Dort entstehen Kontakte und diese Kontakte sind nun mal ganz automatisch hauptsächlich Self-Publisher-Autoren, weil diese sich ja selber um die Vermarktung ihrer Bücher kümmern müssen. Verlagsautoren bekommen das zum Teil ja von ihrem Verlag abgenommen. Demnach bekommen wir auf diesen Plattformen auch Anfragen zu geplanten Projekten einiger Autoren. Die Projekte von Verlagen muss man selber anfragen, hier ist zum Teil auch eine hohe Follower-Zahl und Reichweite Bedingung und da wir selber da keinen allzu großen Wert darauf legen und unser Hobby ja einfach nur ausleben möchten, sehen wir da auch keinen allzu großen Zweck drin, sich diesbezüglich mehr zu engagieren.

 

Wie zufrieden seid ihr mit eurem Blog? Möchtet ihr euch noch vergrößern – gerade was die Zahl der Follower betrifft oder ist euch das nicht so wichtig? Und wenn doch, was macht ihr, um mehr Reichweite zu erhalten. Einige Blogger legen es ja darauf an, in den kommerziellen Markt einzusteigen, und richten sich ganz darauf aus.

Sicherlich möchte jeder Blogger, dass möglichst viele Menschen seine Beiträge sehen und lesen, alles andere wäre ja geschwindelt. Niemand schreibt gerne für sich ganz alleine, wenn er sich entscheidet online zu gehen. Deshalb nutzen wir FB und Instagram schon sehr intensiv, um mit anderen in Kontakt zu bleiben, neue Kontakte zu knüpfen und in erster Linie, um unsere Web-Blog Beiträge dort zu verlinken und überhaupt sichtbar zu machen. Interaktionen finden nämlich hauptsächlich auf unserer gleichnamigen FB-Seite statt. Je höher die Follower-Zahl ist, desto mehr Menschen erreicht man logischerweise, aber wir tun rein gar nichts dafür, »zu wachsen«. Wir fordern niemanden direkt dazu auf, unsere Seite zu liken, auch nicht bei Gewinnspielen oder legen es bewusst darauf an, das wäre ja Zwang. Jeder sollte schon freiwillig und gerne uns und »Unsere Bücherwelt« besuchen! Uns sind 5 Leser, die regelmäßig bei uns vorbeischauen lieber als 500, die uns nur ihren Daumen geschenkt haben, aber unsere Beiträge nie lesen. Wir wollen kein Geld mit unserem Hobby verdienen oder irgendwo eine große Follower-Zahl für die Statistik stehen haben, das war nie unser Ziel und wird es auch nie werden. Insofern sind wir für die großen Verlage ohnehin uninteressant und da passt das doch auch perfekt, dass das ja gar nicht unsere Ziel ist.

Im Übrigen wächst unser Blog von ganz alleine – langsam, aber stetig und das ist echt cool und bestätigt uns mit dem, was wir tun! Womit wir uns dann immer gerne mit Gewinnspielen bedanken, weil wir diese einfach mega gerne veranstalten! Was die Gestaltung unseres Blogs angeht, sind wir grundsätzlich sehr zufrieden. Wir ändern hin und wieder mal etwas und sind gerade auch dabei, eine neue Website zu erstellen. Zum Glück sind wir uns auch da wie immer einig, was die Gestaltung und Umsetzung angeht.

 

Was würdet ihr Autoren allgemein raten, wenn es um die Vermarktung ihres Buches und der Kontaktaufnahme zu Bloggern geht?

Unser Rat Nr. 1 ist, dass sich Autoren, bevor sie einen Blogger kontaktieren, im Vorfeld mit dem Blog auseinandergesetzt haben und schauen, ob eine Zusammenarbeit überhaupt passen würde. Eine persönliche Ansprache in der ersten Kontaktaufnahme ist sehr wichtig und zeigt Respekt. Ein Autor sollte niemals vergessen, dass wir Blogger uns zwar sehr über Rezensionsexemplare freuen und wir von Herzen gerne seine Bücher anderen bücherliebenden Menschen näher bringen, aber ihm sollte auch bewusst sein, dass wir das alles freiwillig und unentgeltlich tun und eine Menge Freizeit für eine Buchvorstellung investieren.

Wir möchten nicht unerwähnt lassen, dass es hin und wieder auch Autoren gibt, die Blogger als »günstige Arbeitskräfte« sehen, die das Vermarkten ihrer Bücher übernehmen. Das sind zum Glück nur sehr sehr wenige, denn wir haben zu 99 % nur positive Erfahrungen gemacht. Wer das Autoren-Blogger-Verhältnis als ein gegenseitiges »Geben und Nehmen«, mit einem respektvollen und ehrlichen Miteinander sieht, der liegt da goldrichtig und kann für eine gute Zusammenarbeit nichts falsch machen.

Wir raten jedem Jung-Autor, der selbständig ein Buch auf den Büchermarkt bringen möchte, sich eine Handvoll, ihm sympathischer Blogger, in deren »Beuteschema« das Buch passen könnte, zu suchen. Da mittlerweile ja fast jeder Rezensionen vor dem Buchkauf liest, sind Rezensionen nun mal wichtig. Jeder Autor sollte offen für gutbegründete und respektvolle Kritik sein, um an sich zu wachsen. Für jeden Autor gibt es den passenden Blogger und umgekehrt.

 

Unsere BücherweltVielen Dank für eure Zeit und eure offenen Worte. Wir wünschen euch viel Erfolg mit eurem Blog, weiterhin Freude beim Lesen und Entdecken neuer Schätze!

Vielen lieben Dank, dass wir Teil dieses Beitrages und Interviews, mit diesen wirklich tollen und aussagekräftigen Fragen, sein durften!

Liebe Grüße, Daniela & Nicole

 

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