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Erfahrungsbericht – Leipziger Buchmesse

Vier Tage. Jede Menge Sonnenschein. Etwa 286.000 lesefreudige Besucher.

Meine erste Buchmesse, die ich nicht nur als Besucherin, sondern gleich auch als Praktikantin und somit als Ausstellerin unmittelbar erleben durfte.

Hallen gefüllt mit vielen Menschen, Ständen und selbstverständlich Büchern – beschreibt sehr grob, was ich im voraus an Erwartungen an die Buchmesse hatte. Büchermessen gehören zum Beruf des Verlagsmitarbeiters unmittelbar dazu. Doch was genau gibt es dort wirklich zu sehen und welche Eindrücke lassen sich sammeln? Das wollte ich unbedingt herausfinden.

Als ich am Freitag, also dem zweiten Tag der Messe, aus dem Zug in Leipzig stieg, fand ich mich bereits in einem äußerst bunt gemischten Menschenstrom wieder, der bei strahlend blauem Himmel zur Messehalle pilgerte. Von wichtig aussehenden Anzugträgern, über aufgeregte Jugendliche bis hin zu kreativ kostümierten Manga-Cosplayern, erspähte ich links und rechts von mir das vielfältige Publikum der Messe.

Für einen Freitagmorgen, einem Wochentag, herrschte in der Halle schnell und lange reges Treiben.

Auch unser Stand wurde gut besucht: engagierte Autoren, die neugierige Besucher für ihre Büchern begeistern konnten, interessierte Buchblogger und angehende Schriftsteller, die vielleicht schon im nächsten Jahr ihr eigenes Buch bei der Messe an die Leute bringen werden.

Auch abseits unseres Standes konnte ich mich umschauen und -hören. Dabei wurde mir wieder einmal bewusst, mit welcher zunehmenden Bedeutung soziale Medien und Technologie Einzug in die Verlags-und Bücherwelt bereits gefunden haben und noch finden werden. Self-Publishing, E-Books, Booktuber und Analysesysteme, die den Erfolg eines Manuskript vorhersagen sollen, ließen klassische Verlagsstände eher langweilig wirken. Ein Beweis dafür, dass ein so altes Konzept wie das Buch entgegen zweifelnder Stimmen nicht ausstirbt, sondern einfach einen Wandel durchläuft, durch welchen es auch noch in Zukunft bei jungen Leuten großen Anklang finden wird.

Bei den Veranstaltungen lernte ich, wie man sich als Autor richtig vermarkten sollte, erfuhr von Petra Hartlieb, wie es zu der Entstehung ihres Romans „Meine wundervolle Buchhandlung“ kam und erhielt durch die Bloggerinnen Tami Fischer, Julia Lotz und Jessica Sieb einen Einblick in das Leben als Buchblogger.

Die Erfahrungen, die jeder Einzelne auf der Messe sammeln konnte, werden sehr verschieden sein, so verschieden wie die Rollen, die dabei eingenommen wurden. Während für viele die vier Tage reine Arbeit waren oder für einige einfach einen netten Wochenendzeitvertreib bedeuteten, stellte die Messe für andere eine genutzte Möglichkeit zum Schöpfen von Motivation und Knüpfen von Kontakten dar.

Messen sind generell stressig, voll und unübersichtlich. Bei der diesjährigen Leipziger Buchmesse war das die meiste Zeit über nicht anders. Aber eine Vielzahl an Momenten war eben auch abwechslungsreich, kommunikativ und inspirierend. Wo sonst hat man die Gelegenheit, einem Autor persönlich die Fragen zu stellen, die einem beim Lesen seines Werkes durch den Kopf gingen? Wo sonst hat man eine so vielfältige Auswahl an möglichen Ergänzungen für das eigene Bücherregal? Und wo sonst, wenn nicht bei einer Buchmesse, darf man sich (außer natürlich als Verlagsmitarbeiter) einen ganzen Tag lang nur mit Büchern beschäftigen? Denn am Ende ist es das Buch an sich, um das sich diese ereignisreichen Tage drehen.

Für mich präsentierte sich die Buchmesse als einen abenteurlichen Tag, an dem ich kennenlernen durfte, wie Verleger und Autoren auf die Besucher zugehen, erhielt einen Ausblick darauf, was die Verlagswelt der Zukunft wohl bieten wird und konnte Bücher zu meiner Leseliste hinzufügen. Sowohl für meine angestrebte Karriere als Verlagsmitarbeiterin, als auch als Autorin, war diese Erfahrung förderlich. Ich weiß nun was mich bei den nächsten Messen erwartet, welche Bücher und Verlage mehr beziehungsweise weniger gut ankommen und wie man sich am schnellsten durch die schaulustige Menschenmasse schlängelt.

Wenn Sie dieses Jahr die Messe mit Freude besucht haben, sollten Sie auch nächstes Jahr wieder mit dabei sein und denjenigen unter Ihnen, die, so wie ich vor Kurzem noch, unerfahren im Thema Buchmesse sind, lege ich ans Herz, das bald möglichst zu ändern. Frankfurt kommt schneller, als man denkt!

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