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Im Interview mit Mr. Chefsache – Peter Buchenau: Redner und Coach, Autor, Herausgeber, Dozent, Literaturagent und Comedian

Peter Buchenau, »Mr. Chefsache« und Experte für den privaten und beruflichen Neuanfang im deutschsprachigen Raum, ist ein Mann von der Praxis für die Praxis. Er gibt Tipps vom Profi für den Profi – unabhängig ob Selbständiger, Freiberufler oder Angestellter.

 

Früher war er selbst Manager und Geschäftsführer in namhaften Unternehmen wie Ciba-Geigy, MANOR, Unisys oder eibe. Heute ist er Fach- und Führungskräftekünstler (Trainer, Berater, Coach, Redner), mehrfacher Autor und Herausgeber, Comedian und Dozent an zwei Hochschulen.  Peter Buchenau macht heute, was sein Herz ihm sagt. Das Buch dazu, »Mach, was dein Herz dir sagt!« ist 2018 im Walhalla/Metropolitan Verlag erschienen.

 

Herr Buchenau, Sie sind Redner und Coach, Autor, Herausgeber, Dozent, Literaturagent und Comedian – ein ganz schönes Pensum. Hat Ihr Tag 48h? Wie schaffen Sie das alles?

Allein ist das nicht zu schaffen. Ich habe glücklicherweise seit Jahren ein sehr gutes Team, auf das ich mich 100% verlassen kann. Aber ich gebe Ihnen recht. Einen 8 Stunden Tag gibt es bei mir nicht. Außerdem habe ich ein ausgeprägtes Organisations- und Planungstalent. Das ist die Basis für meinen Erfolg.

 

Ich hatte das Glück, Sie auf der Buchmesse treffen zu dürfen. Ist die Buchmesse für Sie ein absolutes Muss, um mit Verlagen zu verhandeln und Autoren zu treffen? Oder läuft das bei Ihnen mittlerweile auch eher nebenbei, weil man durch die Digitalisierung immer in Kontakt steht und sich schneller austauschen kann?

Seit der Steinzeit kommunizieren Menschen mit Menschen und am Lagerfeuer entstanden seit jeher die schönsten Geschichten. Das hat sich bis heute nicht verändert. Daher ist die Buchmesse für mich ein Muss. Ich gehöre noch zu den analogen Menschen, die den persönlichen Kontakt zu Verlagen und Autoren sehr schätzt. Nach wie vor kaufen Menschen von Menschen, wenn der Nasenfaktor passt, sprich, wenn ich jemanden riechen kann. Natürlich aber habe ich auch eine digitale Ader. Ich gehöre ja zu der Generation, die das Internet verbrochen hat. Die digitalen Kommunikationswege werden ja immer besser und nehmen auch bei mir in PR, Vertrieb und Umsetzung, mehr und mehr Platz ein. Doch wenn ich die Wahl habe, jemandem eine Mail zu schreiben oder persönlich zu treffen, wähle ich immer den analogen Weg. Ich mag es einfach, mit Menschen persönlich, Auge in Auge zu kommunizieren.

 

Wie müssen sich unsere Leser das Leben eines Agenten vorstellen? Was genau ist Ihre Aufgabe?

Das ist einfach erklärt und nicht neu. Im Sport und auch in der Unterhaltungsszene sind Scouts und Agenten seit Jahren an der Tagesordnung. Kurzum, ich suche Talente und in diesem Fall Autorentalente. Die Aufgaben sind sehr vielfältig und hängen von der Fähigkeit des Autors ab. Angefangen von der Exposéerstellung, über Buchmentoring bis hin zum Suchen des passenden Verlages.

 

Buchmentoring … das klingt spannend. Was bedeutet das genau? Arbeiten Sie mit dem Autor zusammen eine Idee aus?

Auch das ist ganz unterschiedlich. In der Regel begleite ich den Autor über ein Jahr hinweg. Nur ganz selten kommen Autoren zu mir mit klaren Vorstellungen. Ich kläre zuerst ab, ob der Autor mit dem Buch oder durch das Buch Geld verdienen möchte. Das ist eine Grundsatzfrage und gibt die Richtung vor. Dann begleite ich den Autor bei der Titelfindung, beim Exposé, bei der Verlagssuche und Vertragsbeschreibung, beim Entwickeln eines roten Fadens, bis hin zum Schreiben selbst. Dazu gibt es monatliche Treffen und einmal im Quartal ein Wochenende, wo nur das Thema Buch im Mittelpunkt steht.

 

Und wie finden Sie diese Talente?

Gar nicht. Die Talente kommen zu mir durch Empfehlungen von Autoren, denen ich schon zum Buch verholfen habe oder sie wurden in den sozialen Medien auf mich aufmerksam. Oft sind es Menschen, die etwas Neues machen wollen, sich verändern oder weiterentwickeln wollen. Da kann das Schreiben eines Buches sehr nützlich sein.

 

Wie sind Sie Agent geworden und was fasziniert Sie an diesem Bereich Ihres Berufslebens so, dass Sie anderen Ihre Stimme geben? Die Buchbranche kann ja recht unnachgiebig sein und bei all den anderen Projekten die Sie noch haben, müssten Sie eigentlich nicht die Schlachten anderer Autoren schlagen …

Das Agentsein ist eine logische Weiterentwicklung meiner Tätigkeiten. Als mehrfacher Autor und Herausgeber stehe ich seit Jahren mit unterschiedlichsten Verlagen in Kontakt. Warum soll ich diese Verlagskontakte nur für mich nutzen? Es gibt viele sehr gute Autoren am Markt, welche etwas zu sagen haben. Und genau diese unterstütze ich in Richtung Verlag, so kann sich der Autor voll und ganz auf das Schreiben konzentrieren.

 

Sie sind seit Jahren Autor bei Springer und haben etliche Bücher geschrieben. Was machen Sie, damit Sie Ihre Inspiration und Lust am Schreiben nicht verlieren?

Wer schreibt, der bleibt! Dieser weise Spruch hat heute immer noch Relevanz. Mit meinen Büchern bleibe ich im Gedächtnis meiner Kunden und Zuhörer. Für mich sind Bücher somit ein ideales Marketinginstrument. Zudem habe ich immer 1000 Ideen im Kopf und bestimmt noch Material für weitere 100 eigene Bücher, doch dazu fehlt mir die Zeit.

 

Beeinflusst die Tatsache, dass Sie selbst schreiben die Auswahl der Bücher, die Sie als Agent vertreten? Worauf achten Sie besonders und wonach wählen Sie die Projekte aus, die Sie vertreten?

Ja natürlich. Bei mir muss ein Autor im übertragenen Sinne eine Geschichte zu erzählen haben. Der Autor muss eine klare Botschaft an die Leser kommunizieren und einen Mehrwert schaffen. Ich bin der Agent, der »Menschen, die was zu sagen haben«, weiterbringt. Dampfplauderer und Beckenrandschwimmer haben bei mir keine Chance.

 

Ich bekomme täglich recht viele Anfragen und Manuskripte von Autoren und leider hält sich dabei nicht jeder an die Regeln der Höflichkeit oder macht sich die Mühe, Texte zumindest grob zu korrigieren, bevor sie verschickt werden. Für mich ist das absolut unverständlich und veranlasst mich oft dazu, abzusagen oder mich nicht näher mit dem Text zu befassen. Geht Ihnen das auch so? Haben Sie »No Gos« bei Anfragen? Worauf sollte ein Autor achten, wenn er sich bei Ihnen vorstellt?

Das geht mir genauso. Aber bevor mir ein Autor ein Manuskript sendet, verlange ich ein Exposé. Die Zeit ist heute sehr knapp bemessen. Wenn es dem Autor nicht gelingt, mich mit seinem Exposé zu überzeugen, hat er bei mir keine Chance. Das ist eine Grundregel, die ich aus Amerika mitgenommen habe. »Sollte es dir nicht gelingen, dem Gegenüber in 3 Minuten zu überzeugen, schaffst du es auch in einer Stunde nicht!«

 

Wie viel müssen Sie lesen, wenn Sie ein neues Projekt sichten oder über den Verfasser wissen, um einschätzen zu können, ob Potential vorhanden ist?

Maximal 3 Seiten, dann rufe ich den Verfasser an. Mich interessiert vor allem der Mensch hinter dem geschriebenen Wort. Ich suche Menschen, die was zu sagen haben.

 

Haben Sie einen Tipp für unsere Leser, worauf Sie besonders achten sollten beim Vorstellen ihres Projekts? Gibt es »Trigger«, die man bedienen kann oder sollte und Ihren Anruf garantieren?

 Ja klar. Der Autor muss mich von seiner Idee überzeugen können. Schafft er das nicht, so ist die Idee oder das Exposé noch nicht rund. Ich nehme ausschließlich Autoren, die eine eigene Geschichte zu erzählen haben.

 

Haben Sie in den letzten Jahren eine Veränderung am Autorendasein bemerkt? Mir fällt oft auf, dass die Menschen, die gern Autor wären, nicht verstehen, dass das ein Beruf ist, der Einsatz erfordert und dass der Erfolg nicht vom Himmel fällt. Vielen denken, dass das Schreiben eines Buches sie automatisch zum Autor macht, dabei gehört ja noch viel mehr dazu. Mir scheint, dass das Autorsein nicht wirklich ernst genommen wird. Die Leute erscheinen mir »schlampiger«, ihren eigenen Einsatz betreffend, erwarten aber die Welt. Geht Ihnen das auch so?

Ja leider. Ich bekomme immer wieder Anfragen, auch zum Buchmentoring, wo Autoren meinen, das Buch schreibt sich von selbst. Auf solche Anfragen antworte ich nicht mal. Der Autor erwartet von mir, dass ich für sie den besten Verlag finde. Das bedingt aber auch, dass ich erwarte, dass der Autor im Gegenwert, ein sehr gutes Manuskript liefert. Bücher schreiben ist Kunst, doch leider sind nicht alle Menschen Künstler.

 

Was gehört für Sie zu dem Gesamtpaket Autor?

Eigentlich nur eines. Den Willen, den eisernen Willen, ein eigenes Buch zu schreiben. Alles andere kann der Autor von mir bekommen und lernen.

 

Lesen Sie eigentlich privat noch oder reicht Ihnen Ihr berufliches Lesepensum?

Natürlich lese ich privat und am liebsten Biografien.

 

Und werden Sie Ihre Eigene auch schreiben?

 Wenn ich mein hundertstes Buch veröffentlicht habe, dann vielleicht. Ich brauche ja irgendwann auch mal eine eigene Geschichte zum Erzählen.

 

Im letzten Jahr hieß es ja noch, dass weniger gelesen wird und die Umsätze der Buchbranche immer mehr schrumpfen. Vor kurzem las ich einen Artikel, dass wir uns alle über mehr Leser freuen können und das Buch nicht aus der Mode kommt. Mich amüsieren solche Beiträge ja immer etwas. Was denken Sie, wenn Sie solche Beiträge lesen oder interessiert Sie das schon nicht mehr? Denken Sie, dass sich der Markt wandeln wird und wir vor dem Verlust von »Buchlesern« Angst haben müssen?

Ich wiederhole mich. Wer schreibt, der bleibt. Und lesen und auch verstehen, verschafft Vorteile. Weiter hat uns die Geschichte gelehrt, dass es immer eine Wellenbewegung gibt, ein auf und nieder, mal mehr mal weniger. Klar wird das Medium »gedrucktes Buch« weniger werden und der Digitalisierung weichen. Aber vom Markt verschwinden werden gute haptische Bücher nie. Aus meiner Sicht werden auch in Zukunft weiter Bücher gelesen werden, nur gut müssen die sein. Das ist der Anspruch an künftige Autoren, wirklich gute Manuskripte zu liefern.

 

Und was muss ein Buch mitbringen, damit es »gut« ist für Sie?

Einen sehr guten Einstieg. Langweilen mich die ersten 5 Seiten, lege ich das Buch für immer auf die Seite. Zweitens, eine Geschichte aus dem Leben. Ich liebe das Story-Telling.

 

Jemand ruft Sie an oder schickt Ihnen eine Mail mit »Ich habe eine Idee für ein Buch, die es so noch nie gab«. Hand aufs Herz: Was denken Sie da?

»Gut für ihn«.

 

Viele Autoren haben Angst vor Ideenklau. Ist das aus Ihrer Sicht berechtigt und haben Sie schon einmal erlebt, dass eine Idee oder ein Manuskript eines Autors veröffentlicht wurde, ohne seine Zustimmung/Wissen?

Ja leider, das passiert ständig. Ich glaube, es gibt keine Branche, in der nicht kopiert wird. Ich lege daher größten Wert darauf, dass die Quellen ordnungsgemäß verwendet werden. Auch empfehle ich meinen Autoren, Ihre Ideen und Werke so früh wie möglich schützen zu lassen.

 

Mit dieser Antwort habe ich tatsächlich nicht gerechnet. Haben Sie persönliche Erfahrungen mit »Ideenklau«?  Ich sehe da tatsächlich nicht so ein großes Risiko, denn jeder Verlag, der sich eines Diebstahls schuldig macht, kann seinen Betrieb ja einstellen. Dieses Risiko geht doch niemand ein oder bin ich da zu leichtgläubig?

Ja, habe ich. Und zum Glück gibt es Verlage, die ständig Plagiatsüberprüfungen durchführen. Schreiben ist Kunst und jeder Künstler sollte die Rechte auch sein eigenes Werk haben.

 

Sind Sie gerade selbst wieder dabei, ein Buch zu schreiben, bzw. steht eine weitere Veröffentlichung bevor? Worauf dürfen sich Ihre Leser freuen, wenn Sie es schon verraten dürfen?

Nun ja, ich habe immer mehrere Bücher im Rennen. So kommt in Kürze das Herausgeberwerk »Chefsache Zukunft« auf den Markt. Dort wagen 30 Unternehmer einen Blick in die Glaskugel, wie die Welt in den Bereichen der jeweiligen Unternehmer sich in den nächsten 10 Jahren verändern wird. Und zu Weihnachten kommt noch ein Märchenbuch für Erwachsene. Darauf freue ich mich besonders.

 

Für alle Autoren, die Ihr Interview gelesen haben und nun gern Kontakt mit Ihnen aufnehmen möchten: Gibt es Genre, die Sie vertreten bzw. nicht und sind Anfragen aktuell erwünscht? Oder sind Sie ausnahmsweise einmal ausgelastet?

Da bin ich ganz offen und schaue mir gerne Anfragen an. Am liebsten habe ich Autoren, die eine Geschichte zu erzählen haben. Diese lade ich gerne zu meinem Autoren-Talk  vor die Kamera ein. Was mir widerstrebt, ich nehme keine Anfragen an, die Menschen verachtend sind oder die Würde des Menschen in irgendeiner Weise angreifen, verletzen oder gar zerstören.

 

Eine letzte private Frage, die mich persönlich interessiert: Gibt es unter Ihren Veröffentlichungen ein , die Ihnen am liebsten ist und wenn ja, warum?

»Mach, was dein Herz dir sagt!« Seitdem ich auf mein Herz höre und das tue, was ich aus Leidenschaft tue, geht es mir richtig gut. Ab und zu ist es wirklich gut, mal dem eigenen Verstand eine Pause zu gönnen 😊

 

Vielen Dank für Ihre Zeit und das interessante Gespräch!

 

 

Peter Buchenau begleitet Sie bei der Umsetzung Ihres Weges, damit Sie Spuren hinterlassen – Spuren, an die man sich noch lange erinnern wird. In seinen über 30 Büchern und unzähligen Keynote Vorträgen verblüfft er die Teilnehmer mit seinen einfachen und schnell nachvollziehbaren Praxisbeispielen. Er versteht es vorbildlich, ernste und kritische Sachverhalte so unterhaltsam und kabarettistisch zu präsentieren, dass die emotionalen Highlights und Pointen zum Erlebnis werden.

Als Autoren-Scout und Literaturagent hat er schon über 200 Autoren zum eigenen Buch verholfen. Zudem steht er über 150 Mal pro Jahr mit seiner Comedy-Kabarett Show »Männerschnupfen« auf der Theaterbühne. Das bedeutet: Präsenz, Wirkung und Sichtbarkeit vom Feinsten!

Kontakt:

https://www.peterbuchenau.de

Telefon: +49 9306 984017

https://www.facebook.com/peter.buchenau

 

 

 

Die Digitalisierung bedeutet mehr als nur Breitbandausbau. Die Digitalisierung wird in alle Lebensbereiche und

Lebensformen einziehen. Das Zusammenleben zwischen Roboter und Mensch wird zum zentralen Mittelpunkt.

Doch darf bei diesem digitalen Fortschritt der Mensch mit seinen Gefühlen, Ängsten und Emotionen nicht vergessen werden. 31 Unternehmer, Berater und Coaches wagen deshalb in diesem Buch einen Blick in die Zukunft und beschreiben wie sich das Leben und Arbeiten in den nächsten 10 Jahren in ihrem jeweiligen Fachgebiet, wie u.a. die Führung, der Vertrieb, die Umsetzung, die Gesundheit und die Sicherheit von Menschen im Unternehmen und somit auch in der Gesellschaft von Morgen, verändern werden. Die Autorinnen und Autoren geben Zuversicht und machen Mut, sich auf die Anforderungen der Zukunft vorbereiten zu können.

 

Springer Gabler Verlag, 978-3-65826-559-5, 494 Seiten, Taschenbuch, 39,99€

Herausgeber: Peter Buchenau (Erscheint am 22. September 2019)

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