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Ein kleiner Erfahrungsbericht einer angehenden Autorin

Um als Schriftsteller Erfolg zu haben, ist es essenziell, das Schreiben wirklich ernst zu nehmen. Diesen Hinweis habe ich bereits öfters gehört und gelesen. Man soll sich nicht erst dann als Autor bezeichnen, wenn das erste Buch auf dem Markt und die ersten Verkäufe zu verzeichnen sind, sondern bereits während des Schreibens. Ohne investierte Zeit und Arbeitseinsatz entsteht kein fertiges Buch.

Jeder, der sich zielstrebig an sein Werk macht, solle sich somit auch als Autor bezeichnen dürfen. Für mich klingt diese Begründung eigentlich recht plausibel, also werde ich den Rat einfach mal befolgen.

Ich bin Kristin, 19 Jahre alt und Autorin. Diese Aussage hört sich, für mich persönlich, sehr seltsam an. Im Grunde genommen bin ich nämlich Studentin mit dem Ziel, mit den Einnahmen meiner selbstgeschriebenen Bücher Geld zu verdienen. Deshalb bemühe ich mich, trotz Unistresses meiner unfertigen Geschichte ausreichend Zeit zu widmen und meiner eben genannten „Berufsbezeichnung“ gerecht zu werden.

Gerne Geschichten geschrieben habe ich eigentlich schon immer. Bevor ich schreiben und lesen konnte, habe ich meine Erzählungen gemalt. In der Grundschule war ich sofort begeistert, wenn es darum ging Kurzgeschichten, Fabeln oder Gedichte zu verfassen. Mit dreizehn habe ich mich dann an mein erstes Buch gewagt. Ohne ein wirkliches Konzept habe ich mich nach der Schule an den Laptop gesetzt und einfach angefangen. Bilder aus meinem Kopf wurden zu Wörtern vor meinen Augen. Nach einer Weile entstanden aus bloßen Ideen Charaktere und schließlich eine konkrete Handlung, die mich bis heute noch nicht losgelassen hat. Diese Geschichte ist mein großes Projekt. Über eine Veröffentlichung habe ich mir bereits Gedanken gemacht, denn mein Traum ist, irgendwann einmal mein eigenes Buch in den Händen zu erhalten. 

Die bekannteste Option, dies über einen klassischen Publikumsverlag zu tun, habe ich für mich vorerst ausgeschlossen. Abgesehen von den geringen Chancen, dort aufgenommen zu werden, wäre ich nur bedingt bereit dazu, meine Geschichte von anderen verändern zu lassen. 

Über Möglichkeiten des Self-Publishing und Self-Publishing Verlage habe ich mich ebenfalls informiert. Da mir als Studentin derzeit nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, um mein Buch über einen solchen Verlag zu veröffentlichen, läuft es vermutlich bei meinem ersten Buch auf ein E-Book hinaus. Dabei würde ich zwar noch kein tatsächliches Papier in meinen Händen halten, aber immerhin wäre meine Geschichte „draußen“ in der Welt. Doch dafür muss ich mein Buch erst einmal zu Ende bringen.

Auch wenn von mir noch keine Veröffentlichung auf dem Markt zu finden ist, möchte ich Ihnen gerne von einigen meiner bisher gesammelten Schreiberfahrungen berichten. Denn obwohl am Ende in den meisten Fällen nur ein Name auf dem Cover des eigenen Buches stehen wird, und zwar Ihrer, muss und sollte kein Autor ohne die Erkenntnisse anderer auskommen.

Motivation ist ansteckend. Mich mit anderen Schreibenden zu unterhalten, sich über die eigenen Texte auszutauschen und Lieblingsbücher zu besprechen, ist meiner Meinung nach eine ideale Inspirationsquelle. Man stolpert dabei über Informationen wie gemeinsame Probleme, bevorzugte Schreibstile und weitere Quellen, die einem wichtige Tipps offenbaren können. Dabei ist es auch kein Problem, wenn die gefundenen Autorenfreunde sich mit ihren Arbeiten in ganz unterschiedlichen Genres bewegen. (Außerdem muss einem nicht alles gefallen!) Auch Leute die selbst nicht schreiben, können hilfreiches Feedback geben. Schließlich sind die wenigsten Buchkäufer Autoren.

Zu einem Großteil ist man beim Schreiben jedoch auf sich alleine gestellt und kommt des Öfteren an seine Grenzen. Schreibblockaden hat bestimmt jeder einmal. Sie können ein paar Stunden oder wenige Tage andauern oder sich zu regelrechten Phasen hinausstrecken, in denen das Dokumentblatt vor einem einfach weiß bleibt.

Für mich persönlich lassen sich die produktiven und unproduktive Zeiten ideal in einer Kurve darstellen. Nicht selten kommt es vor, dass wochenlang die Ideen in meinem Kopf förmlich übersprudeln und ich mehrere Stunden am Stück nicht vom Laptop wegkomme, nur um dann von einem Tag auf den anderen plötzlich nicht mehr weiter zu wissen. Leider ist auch mir kein Wunderheilmittel für diese weit verbreitete Autorenkrankheit bekannt.

Betrachtet man aber einmal das Wort „Schreibblockade“, lässt sich feststellen, dass dieses nicht mehr und nicht weniger aussagt, als dass jemand scheinbar darin verhindert ist zu schreiben. Diese Blockade ist jedoch keine körperliche, sondern geschieht alleine im Kopf. Solange man physisch im Stande ist zu schreiben, kann einen nichts davon abhalten, eifrig die Tasten zu drücken. Von der Qualität dieser daraus entstehenden Sätze mal ganz abgesehen, ist mit dem konsequenten Weiterschreiben die vermeintliche Schreibblockade schon fast überwunden.

Lassen Sie sich also nicht entmutigen. Auch wenn Sie bereits während des Schreibens unzufrieden mit Ihren Formulierungen sind und das Gefühl nicht loswerden, damit Ihre Geschichte kein Stück weiter zu bringen, sollte Sie das nicht zum Aufgeben verleiten. Ich habe festgestellt, dass man mit Seiten wenig zufriedenstellender Worte weitaus mehr anfangen kann, als mit etwas nicht vorhandenem.

Fehlende Charakterentwicklung, unschlüssige Zusammenhänge und die eben genannten berühmt-berüchtigten Schreibblockaden – Während des Schreibens begegnen uns Autoren allerlei Schwierigkeiten, über die ich mich oft und gerne beschwere. Ist man mit seiner Geschichte erst einmal an dem Punkt angelangt, wo der eigentliche Schreibprozess beendet ist, steht der nächste Schritt des Buchschreibens an:

Das Überarbeiten, welches meiner Meinung nach das Schreiben relativ problemlos erscheinen lässt.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, Geschichten zu verfassen bereitet mir unheimlichen Spaß, sonst würde ich all die damit verbrachte Zeit anderen Dingen widmen. Aber das Überarbeiten kann einem wirklich die Nerven rauben.

Nachdem man monatelang nur schrieb, praktisch in der eigens erschaffenen Handlung lebte und nun endlich einen schönen Abschluss für das Buch fand, ist es Zeit, kritisch zu beäugen, was man da eigentlich zustande gebracht hat.

Das großartige Gefühl, das man beim Abtippen des letzten Satzes verspürt, wird bei mir oft zunichte gemacht, sobald ich die augenscheinlich fertigen Kapitel nach und nach lese.

Die Gedanken, die mir dabei in den Sinn kommen, sind sehr verschieden. An vielen Stellen beginne ich an meiner eigentlichen Schreibfähigkeit zu zweifeln, an anderen erkenne ich problematische Unstimmigkeiten in der Handlung und dann erspähe ich doch auch einige Sätze, mit denen ich tatsächlich einfach zufrieden bin. Dieser Korrekturprozess ist langwierig und kann meiner Erfahrung nach deutlich länger als die Schreibphase andauern. Leider ist es bei den meisten Textstellen vermutlich mit einer Überarbeitung nicht getan auch nicht mit der Zweiten oder Dritten. Denn ein Buch ist und bleibt ein ganzes Stück Arbeit, das viel Mühe und Zeit erfordert.

Doch am Ende wird sich jeder zusätzliche Feinschliff und jede eingeschobene Arbeitsminute auszahlen.

Ob ich eines Tages mit meinen eigenen Büchern Geld verdienen werde, lässt sich schwer vorhersagen. Ich weiß jedoch, dass ich Ideen und Geschichten in meinem Kopf habe und schon immer hatte, diese aufschreiben und mit den Menschen teilen will, die etwas mit meinen verschriftlichen Gedanken anfangen können.

Mit diesen Abschlussworten, wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag und weiterhin viel Erfolg beim Schreiben.

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